Ein Dutch Oven, auch Camp Oven oder Chuck Wagon oven genannt, ist ein dreibeiniges Gefäß aus Gusseisen, das unter diesem Namen in den USA und in Australien seit dem 18. Jahrhundert sowohl zum Kochen als auch zum Braten und Backen über offenem Feuer verwendet wird. Andere bekannte Bezeichnungen sind: “Cocotte”, “casserole dish”, “Potje” und “Sac”.
Geschichte des Dutch Oven
In Großbritannien war ein Dutch Oven früher kein Topf, sondern wirklich eine Art Backofen aus Metall, der direkt neben einer offenen Feuerstelle platziert und von dieser indirekt beheizt wurde. Zusätzlich konnten glühende Kohlen aufgelegt werden.
In die USA kam der Dutch oven mit europäischen Siedlern, möglicherweise aus der Niederlande oder aus Deutschland; zu seinem frühen Verbreitungsgebiet gehörte jedenfalls das Siedlungsgebiet der Pennsylvania Dutch und anderer europäischer Kolonisten. In Südafrika heißt dieser Topf Potjie; er wurde dort im 19. Jahrhundert von holländischen Siedlern (Buren) eingeführt.
Es gab diesen Topf in verschiedenen Größen, wobei die größte Ausführung einen kleineren Topf aufnehmen konnte. Am verbreitetsten waren kleinere Ausführungen auf drei Füßen und mit einem fest schließenden Deckel, der einen hoch gezogenen Rand hatte. Aufgrund dieser Bauform war es möglich, glühende Kohlen auf den Deckel zu legen, so dass der Topf von oben und unten beheizt wurde und sich die Hitze innen gleichmäßig verteilte. Durch die Dicke des Materials konnte die Wärme auch über einen langen Zeitraum gespeichert werden. Viele Modelle ließen sich auch an Haken über einer Feuerstelle aufhängen.
Im 19. Jahrhundert wurden in den USA auch dreibeinige Pfannen unter der Bezeichnung spider (Spinne) hergestellt. Mit der Einführung moderner Küchenherde und eingebauter Backöfen verloren diese Küchengeräte ihre Bedeutung. Was heute allgemein als Dutch oven bezeichnet wird, entspricht in Aussehen und Funktion einem ganz normalen Bräter.
Eine in verschiedenen Kulturräumen schon sehr lange verwendete Variante dieses Topfes ist der dreibeinige Grapen. Heute wird der Dutch oven in Europa und in den USA nur noch als Kochgerät beim Camping und im Outdoor-Bereich verwendet.
Funktionsweise des Dutch Oven
Der Dutch Oven besitzt zwei Besonderheiten, die ihn von einem normalen Topf unterscheiden:
- Er besitzt drei Füße und
- der Deckel hat einen erhöhten Rand.
Dadurch ist es möglich, den Dutch Oven gleichzeitig von unten und oben mit Kohlen zu beheizen. Der Großteil der Hitze sollte dabei von oben kommen.
Durch das Gußeisen verteilt sich die Hitze gleichmäßig um den ganzen Topf und gart die Speisen schonend, ohne diese anzubrennen.
Einbrennen des Dutch Oven
Das Einbrennen des Dutch Oven ist ein einmaliger Vorgang, der vor der ersten Nutzung erfolgen sollte. Ziel ist es, durch die Verwendung von Fett und Hitze eine versiegelte Oberfläche zu erschaffen (quasi eine anti-Haftbeschichtung).
Beim Einbrennen sollte wie folgt vorgegangen werden:
- Der Topf wird mit heißem Wasser, Spülmittel und einer Bürste innen und außen gründlich gereinigt.
- Anschließend den Topf gut abtrocknen lassen.
- Mit einem stark erhitzbaren Öl (Pflanzenöl) wird der Topf innen und außen, natürlich auch der Deckel, flächendeckend eingerieben. Hierzu einen Lappen oder ein Küchentuch verwenden.
- Der Topf kommt jetzt entweder in den Backofen oder auf einen geschlossenen Grill. Die Temperatur sollte bei rund 200 Grad liegen. Nach ca. 2 Stunden Einbrennzeit stellt man die Hitze ab und lässt den Topf abkühlen.
- Ist der Topf abgekühlt, wird er noch einmal mit einer dünnen Schicht Öl komplett eingerieben.
Sollte sich doch einmal Rost am Dutch Oven bilden, bedeutet das in der Regel, dass das Einbrennen nicht gründlich durchgeführt wurde. Entfernen Sie den Rost vorsichtig mit einer Drahtbürste und wiederholen Sie die komplette Einbrennprozedur.
Reinigung des Dutch Oven
Der Dutch Oven wird niemals mit Spülmittel gereinigt!
Entfernen Sie Essensreste mit einem Holzspachtel oder -löffel und waschen Sie den Dutch Oven mit heißem Wasser aus.
Trocknen Sie den Topf mit einem Tuch ab und lassen ihn an der Luft trocknen.
Reiben Sie den Dutch Oven anschließend komplett mit einer dünnen Schicht Öl ein.
Aufbewahrung des Dutch Oven
Hier gibt es nicht viel zu sagen, auf eine Kleinigkeit müssen Sie allerdings achten: Setzen Sie den Deckel nie schließend auf, sonder lassen Sie bitte immer einen Spalt offen, damit die Luft im Topf zirkulieren kann.
Kochen mit dem Dutch Oven
Der Dutch Oven eignet sich hervorragend zum Kochen, Garen und Braten – vor allem unterwegs, wenn richtiges Lagerfeuerfeeling aufkommen soll.
Wie das Kochen mit einem Dutch Oven funktioniert, zeigen wir im Rahmen eines kommenden Artikels.
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